Heiraten unter Aufsicht der Ritter

Christine und Renè heiraten im Rittersaal von Reppichau

Renè Pfeiffer und Christine Wilfert aus Reppichau haben sich am 30. Mai 2014 im Rittersaal von Reppichau, unter der Aufsicht der Standesbeamtin Frau Ruth Faldix, das "Ja-Wort" gegeben. Der Rittersaal ist der Mittelpunkt des Informationszentrums "Kunstprojekt Sachsenspiegel", welches sich seit 2005 in der Akener Straße am Dorfteich befindet.

Früher befand sich hier das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr von Reppichau. Dieser Rittersaal ist in der  Verwaltungsgemeinschaft Osternienburger Land einer der möglichen Trauungsorte. Das Kunstprojekt geht zurück auf den "Sachsenspiegel", eines der bedeutendsten und am weitesten verbreiteten niedergeschriebenen Gesetzbücher. Dessen Verfasser
war Eike von Repgow. Es wird angenommen, das er den "Sachsenspiegel" zwischen 1220 und 1235 niedergeschrieben hat, denn im frühen 13. Jahrhundert setzte eine Welle der Verschriftlichung des Gewohnheitsrechts ein. Wie der Name schon sagt, legt der "Sachsenspiegel" das Gewohnheitsrecht der Sachsen dar. Die berühmte private Aufzeichnung des sächsischen Rechts und sogleich das erste deutsche Prosawerk, gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Quellen die uns überliefert sind. Die Urschrift des Sachsenspiegels, die Eike von Repgow in Latein aufgeschrieben hat und die deutsche Übersetzung sind  verschollen, über 400 Handschriften und Fragmente sind uns aber als kulturgeschichtliches Erbe erhalten geblieben, darunter vier herrliche Bilderhandschriften.

Koordiniert und zusammengetragen hat das der Förderverein Eike von Repgow, der das Lebenswerk Eike von Repgow (1180 bis 1235) wahren und Fördern möchte. Der Sachsenspiegel ist das berühmte und bedeutendste Rechtsbuch des Hochmittelalters und zugleich das älteste Prosawerk deutscher Sprache. Die Rechtsprechung fand z. B. in Anhalt, Schleswig und Thüringen bis zum Jahr 1900 statt und wurde dann erst durch das Bürgerliche Gesetzbuch abgelöst, der Sachsenspiegel aber bleibt in seinen Grundfesten über die Zeit hinaus bestehen.

Christine Wilfert und Renè Pfeiffer, die nun den gemeinsamen Nachnamen Pfeiffer tragen, sind seit über acht Jahre Mitglieder des Fördervereins und wohnen auch beide in Reppichau. Da lag es nahe, dass die Trauung im Rittersaal stattfindet. Denn laut Renè Pfeifer ist es das tolle Ambiente dieser Trauungsstätte, die beide begeistert. Ebenso toll ist es, "dass die Paare nach der  Trauung durch eine Abordnung des Fördervereins in historischen Kostümen beglückwünscht werden".

Informationszentrum
Das Informationszentrum kann von Montag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr besucht werden. Mehr Informationen erhalten Sie auch im Internet unter www.reppichau. de

Anmeldung zur Trauung
Interessierte Paare, die sich hier im Rittersaal von Reppichau trauen lassen möchten, die wenden sich bitte an die Standesbeamtin Ruth Faldix im Verwaltungsamt Osternienburg
Telefon 034973 28213
E-Mail: r.faldix@osternienburgerland.de