Die schön gedeckte Hochzeitstafel

„Man heiratet viel zu selten, um Profi zu sein!“ Wer auch immer diesen Satz zum ersten Mal ausgesprochen hat - in dem beliebtesten Werbespruch der Hochzeitsplaner dieser Welt steckt nicht nur ein Körnchen, sondern schon ein ganzes Kornfeld Wahrheit.

Schön soll das Brautpaar an seinem Hochzeitstag aussehen, glücklich soll es sein, das Decken der Hochzeitstafel soll es getrost anderen überlassen, meint auch Alexandra Häder. Alexandra Häder ist Junior-Chefin in der Keramik-Scheune Spickendorf und hat für Sie die Rolle des Führers durch das Reich der schön gedeckten Hochzeits-Tafel übernommen.

Egal, ob Sie die Tische für die Hochzeitstafel als E, als T oder als U anordnen oder ob Sie sich für die moderne Variante der frei gestellten Tische entscheiden - die Tafel für das Hochzeitspaar steht immer hinten im Raum.

„Das gehört einfach zur Etikette“, meint die Expertin. Braut und Bräutigam sollen an ihrem Hochzeitstag schließlich nicht für Toilettengänger, Luftschnapper und Gruppenbildner hin und her rücken oder gar aufstehen.

Tischwäsche sollte heutzutage nicht nur schön, sondern auch Flecken abweisend sein. „Es gibt inzwischen Tischwäsche“, weist Alexandra Häder Beispiele vor, „die braucht nur abgeschüttelt werden, wenn einmal der Rotwein darauf tropft. Oder - immerhin will man ja nicht wegen eines Fleckens die ganze Hochzeitstafel abräumen - mit einer farblosen Serviette abgetupft werden.“

Entscheidend für die Farbe der Tischwäsche ist das Porzellan. „Hauptsache Ton in Ton.“ Es muss dabei nicht immer das Komplett-Tafeltuch sein. Tischläufer oder Platzdeckchen können schöne Kontraste zum Holz des Tisches schaffen.

Was aber auf keinen Fall fehlen darf, ist das Shirt. Der „Vorhang“ am Brauttisch, der bis zu den Füßen der Braut reichen sollte, ist nicht nur schön anzuschauen, sondern erfüllt auch einen ganz praktischen Zweck. Setzen Sie sich einmal mit einem Brautkleid an einen Tisch. Das Shirt verhüllt, was an diesem Tag nur der Bräutigam zu sehen bekommen soll!

Stoffservietten sind ein Muss. Die zu falten, ist viel zu aufwändig. Serviettenringe - am besten aus Porzellan - sind die bessere Alternative.

Bei der 1. Hochzeit sollte unbedingt Porzellan auf die Hochzeitstafel, bricht Alexandra Häder eine Lanze für die Eleganz des Tages. Hauchfeines Knochenporzellan erhält seinen leichten Elfenbeinton durch das Tierknochenmehl in der Glasur. Das ist Eleganz pur. Ebenfalls elegant: das spülmaschinenfeste Hartporzellan, das sich auch nach der Hochzeit als alltagstauglich erweist. I-Tüpfelchen des feinen Geschirrs ist das Diamantporzellan, das die besten Eigenschaften von Knochen- und Hartporzellan vereint und mit seiner Kantenfestigkeit seine „ewige Jugend“ verspricht.

„Weiß und Elfenbein können durchaus durch ein kleines feines Dekor in Gold, Silber oder auch Rot aufgelockert werden. Aber bitte keine Blumendekors“, appelliert Alexandra Häder, „schließlich soll sich die Farbe des Brautkleids an der Tafel wiederfinden“.

Gedeckt wird die Tafel mit Platzteller (der muss nicht sein), Speiseteller und Suppenteller. Egal, ob Silber oder Edelstahl, das Besteck sollte nicht durch ein aufwändiges Dekor die Eleganz der Tafel zerstören. Die Regel: Beim Speisen wird das Besteck immer in der Reihenfolge von außen nach innen genommen. Und wer das Dessertbesteck am oberen Tellerrand platziert, beachte die einfach Regel: Er (der Löffel) liegt immer über ihr (der Gabel).

Die Servierplatten sollten möglichst groß und mit breitem Rand versehen sein. Und die dürfen nicht überladen werden. Man gönne sich durchaus viel Platz, um das Festessen in Szene setzen zu können!

Gläser gehören natürlich auf die Festtafel. Aber begehen Sie nicht den Fehler, Bier-, Cognac-, Whiskey- oder Likörgläser auf den Tisch zu stellen. Die dürfen erst „kommen“, wenn der Festschmaus beendet ist. Und auch das Sektglas hat auf der Festtafel nichts zu suchen. Sekt wird nur zum Anstoßen ein- und dann sofort wieder ausgedeckt. Immer darauf achten: das große (Rot-)Weinglas steht immer hinten, schräg davor das Weißweinglas und in gerader Linie oder bei Platzmangel als Eckpunkt eines Dreiecks steht das Wasserglas.

Was wäre eine Hochzeitstafel ohne floristischen Schmuck. Der sollte nicht höher als 20 Zentimeter sein. Es sei denn, man kann die Schwiegermama nicht leiden und spricht zu ihr lieber durch die Blume. „Drei Callas auf den Tisch, und schon ist die gewünschte Eleganz da“, empfiehlt Sandra Häder Und hat noch einen ganz besonderen Tipp: „Die Vanda ist nicht nur eine schöne Orchidee, sondern hält sich in der Vase bis zu vier Wochen lang.“ Grün darf natürlich auf der Hochzeitstafel nicht fehlen, aber auch hier gilt: Fein muss es sein! Klassisch ist natürlich auch die Rose, in Gel-Perlen lange in der Vase frisch.

Ein heikles Thema zuweilen: die Tischordnung. An der Brauttafel sitzt das Brautpaar in der Mitte, links die Braut, neben ihr ihre Eltern, rechts der Bräutigam, neben ihm seine Eltern. Hat das Brautpaar bereits Kinder, sitzen die immer an der zur Brauttafel nächsten Stirnseite. So weit so gut. Und jetzt bitte aufpassen! Schwäger, die seit Jahren kein Wort mehr miteinander reden, nicht unbedingt neben- oder gegenüber platzieren, Bekannte und Verwandte, die einander noch nicht kennen, nicht unbedingt zusammen setzen und auf gar keinen Fall die Kanten der Tafel eindecken und dort einen Platz zuweisen! Der "Präsidentenstuhl" signalisiert vor allem eins: Einsamkeit!

Kindergäste am besten an einem eigenen Kindertisch platzieren, wenn möglich eine kleine Bastelstraße einrichten und im Idealfall eine Betreuung der Kinder engagieren! Wer möchte sich bei einem Hochzeitsfest schön mit gelangweilten, nörgelnden Kindern plagen?

Klassisch ist natürlich das Tischkärtchen. Aber es geht auch anders. Eine kurzstielige Rose, deren Blütenblätter mit den Namen der Gäste beschriftet sind (den Stift gibt's beim Floristen), sehen zum Beispiel nicht nur schön aus, sondern dürfen auch gleich als kleines Geschenk für die Gäste gelten.

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