Eheringe in Gold

Das Aufstecken der Trauringe ist neben dem Jawort und dem Küssen der Braut eine der wichtigsten Zeremonien. Allerdings gab es diesen Ritus nicht immer. „Eigentlich sind Trauringe Schmuck mit einer Bedeutung“, sagt Goldschmiedemeister und Juwelier Uwe Schönemann aus Köthen. Ein Trauring ist ein Symbol der Zusammengehörigkeit, er hat keinen Anfang und kein Ende. Er vereint die Gesamtheit, die Geschlossenheit. „Irgendwann wollten Paare offenbar ein gemeinsames Schmuckstück als Symbol der Zusammengehörigkeit verwenden, um dies auch nach außen hin darzustellen“, vermutet der Handwerksmeister. Selbst in einschlägigen Lexika ist der Ursprung eines Trauringes nicht hinreichend belegt.

Während Trauringe früher gleich aussahen, gibt es heute Unterschiede. So wird bei den Damen öfters mal ein Stein mit verwendet, wie ein Zirkonia oder Brillant. „Heute ist vom schlichten, einfachen, flachen oder halbrund gewölbten Trauring bis zu aufwendig gemusterten Trauringen alles möglich“, so Experte Schönemann.

Der klassische Trauring ist in Gold, meist in Gelbgold. Den gibt es in unterschiedlichen Legierungen, mit einem Feingehalt von 333, 585, 750, 900. Die alte Variante hieß Karat, 24 Karat war 1000-er Feingold, 18 Karat 750-er, 14 Karat 585-er und 8 Karat 333-er Feingold.

„Dann gibt es auch die Varianten der Kombination“, erklärt der Goldschmiedemeister. „Dabei handelt es sich um Farbgold, sprich Gelbgold, Weißgold und Rotgoldlegierungen.“ So ist es beispielsweise möglich, einen zweifarbigen Ring in Weißgold mit Rotgold herzustellen. Oder in Weißgold mit Gelbgold, oder umgekehrt.

Beim Gold gilt: Je höher die Karat- bzw. Promillezahl (333 usw.), desto höher ist in der Legierung der Feingoldanteil. Dieser wird durch den entsprechenden Stempel ausgedrückt. Je höher der Feingoldanteil ist, desto höherwertiger ist der Ring.
Und auf noch etwas weist Uwe Schönemann hin: „Je größer der Feingehalt Gold in einer Legierung ist, desto niedriger ist die Gefahr einer allergischen Reaktion. Es ist seltenst, dass auf Gold allergisch reagiert wird. Gold ist zudem säureresistent, es wird nur durch Königswasser angegriffen bzw. gelöst.“

Wichtig ist es, dass sich die Brautleute die Ringe gemeinsam aussuchen und selbst anprobieren. „Eine individuelle Beratung sollte ein Muss sein“, sagt der Goldschmiedemeister.

Foto: T. Waschinski