Silberne Ringe zur Verlobung


Neben Gold genießt auch Silber eine hohe Wertschätzung. Gemeinhin wird Silber sogar das Gold des kleinen Mannes genannt, weil es erschwinglicher ist. Wer für seine Hochzeit nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat, der spielt sicher auch mit dem Gedanken, Trauringe aus Silber zu wählen. Fachleute raten eher nicht dazu. „Silber ist ein sehr altes Schmuckmetall. Es sollte aber traditionell nicht die Ehe, sondern vielmehr die Verlobung und die Freundschaft besiegeln", sagt Goldschmied und Uhrmachermeister Michael Köpke aus Köthen. Er empfiehlt für die Verlobung Ringe aus Silber und für die Hochzeit Trauringe aus Gold.

Hierzulande spielt Silber von der spirituellen Bedeutung her so gut wie keine Rolle. In anderen Ländern sieht das freilich anders aus. „In Asien bedeutet Silber in etwa: Das Böse wird vom Körper weg abgehalten“, berichtet Köpke.

Wer tatsächlich einen Trauring aus Silber wählt, der muss mit einigen Einbußen rechnen. Denn für jeden Tag und jede Stunde - „bis dass der Tod euch scheidet“ - sind diese Ringe nur bedingt geeignet. Köpke: „Aufgrund seiner Empfindlichkeit muss Silber oft aufgearbeitet werden. Es gibt aber einen Oberflächenschutz gegen Anlaufen. Die Oberfläche wird rodiniert; das bedeutet, die Oberfläche wird mit Rodium galvanisch geschützt.“

Und noch eine Überlegung sollte in die Wahl von Silber einbezogen werden: „Die Ringe sind poliert oder matt gearbeitet. Sie sind sehr empfindlich und zerkratzen auch sehr schnell“, erklärt der Goldschmied. Ob Ringe aus Silber schneller verbiegen ist dagegen eine ganz andere Frage. „Jeder Ring, auch einer aus Gold, kann verbiegen“, weiß Köpke und fügt hinzu: „Es kommt auf die Stärke des Rings an.“

Dass sich die Haut unter einem Silberring schwarz färben kann, trifft nach den Worten des Experten nur in Ausnahmen zu. „Wer Medikamente einnimmt, muss damit rechnen, dass durch den Schweiß gewisse Substanzen nach außen treten. Das macht eventuell die Haut schwarz. Aber nur in wenigen Ausnahmen.“

Foto: T. Waschinski