Die passenden Blumen für den schönsten Tag im Leben


Die „Sag Ja“-Redaktion im Gespräch mit dem Floristenteam Andrea Knutas und Martin Neumann aus dem „Floralwerk“ in Dessau-Nord.

Für kein anderes Fest wird in Blumenschmuck so viel investiert bzw. haben Blumen eine so wichtige Bedeutung wie zur Hochzeit. Deswegen bedarf es mit Sicherheit einer besonderen Planung und Absprache.


Wie lange vorher sollte man sich um Blumenschmuck und Hochzeitsstrauß kümmern?
Es kommt immer auf den Umfang der Blumen an. Wenn es bloß der Brautstrauß oder für den Bräutigam der Anstecker ist, reichen zwei bis drei Wochen vorher.

Ist die Bestellung in einem größeren Rahmen vorgesehen, bestimmte Blumensorten und -farben zum Beispiel oder der Schmuck für die Kutsche bzw. das Auto u.a., wären da drei bis vier Wochen Anlauf vorher schon gut. Natürlich geht es auch mal für den Notfall spontan, aber für eine gute Planung ist mehr Vorlauf etwas entspannter.


Welche Farben, Größen, Formen und welche Blumen liegen derzeit im Trend?
Zurzeit ist apricot gefragt. Das hat jedoch nichts mit dem Hochzeitsschmuck an sich zu tun. Es ist davon abhängig, wie die Braut gekleidet ist. Daran passen wir den Schmuck an. Dann muss die Größe der Braut beachtet werden. Bei einer kleinen Frau wirkt ein Riesenstrauß ungünstig. Doch generell werden unterschiedliche Größen gewünscht. Manch einer möchte einen größeren und manch einer einen dezenten, zarteren eben kleinen Strauß. Es richtet sich ganz nach den Vorlieben der Kunden.

Bei der Formenwahl gibt es gar keine Grenzen. Man kann abfließende, aber auch runde Formen wählen, je nachdem, was die Braut wünscht, oder wie sie vom Typ her ist. Auch verrückte Kreationen sind möglich. Man kann einen Stab machen, Tropfenformen, Zepter; es gibt alles.


Wie werden Sträuße heute vorrangig gebunden?
Die bunten Sträuße überwiegen, aber nicht wie früher, ganz knuffig, sondern eher ganz leicht und locker gebunden. Ein bisschen Bewegung im Strauß ist heutzutage gefragt. Der Eukalyptus bringt zum Beispiel Bewegung nach draußen hinein, je nachdem, wie man ihn einarbeitet. Das Runde ist dabei eher üblich, eben aufgelockert durch Strukturpflanzen, wie Farn, Gräser oder wie gesagt den Eukalyptus. Die Rose Kopf an Kopf verdrängt sich ein wenig. Früher wurde ganz viel Grün drum herum gebunden, aber heute steht die einzelne Blüte im Vordergrund; auch bis unten hin mit Blüte abgearbeitet.       

                       
Was war der ungewöhnlichste Blumenschmuck?
Den hatten wir noch nicht gehabt. Interessant ist aber zum Beispiel die Verarbeitung zu einer Formengeschichte wie einer Blumentasche oder Blütenkugeln sowie Herzen. Einen Zepter hatten wir gehabt, mit einem langen Stiel oder Taschentücher aus Blumen für den Herren.   


Gibt es Blumen, die für eine Hochzeit absolut tabu sind?
Heutzutage gar nicht mehr. Viele mögen Calla sehr. Diese lässt sich schön verarbeiten, schon allein durch die Form. Für manche ist Calla eine Totenblume, doch dies sehen wir in der Floristikbranche nicht so. Auch eine Anthurie kann man wunderschön verarbeiten. Also im Brautstrauß bzw. Blumenschmuck an sich gibt es kein Tabu.


Gibt es jahreszeitliche Unterschiede?
Definitiv, allein schon von den Blumen her. Tulpen, Pfingstrosen, Ranunkeln oder Sonnenblumen gibt es nicht das ganze Jahr. Jede Blume hat ihre eigene Zeit. Gott sei Dank, sonst wäre es wenig abwechslungsreich. Wir hätten immer dieselben Blumen stehen. Die unterschiedlichen Formenstrukturen und Farben machen es ja gerade aus.


Rosen gibt es aber das ganze Jahr?
Die Rosen gibt es das ganze Jahr. Manche Sorten gibt es nur im Sommer: die Duft- oder Parfümrosen, die im Freiland kultiviert werden. Sie sind sehr gut für Hochzeiten geeignet. Die meisten duften leider nicht, da sie indus- triell hergestellt werden. Bei diesen Rosen wurde die Haltbarkeit herausgezüchtet.


Kann man den Brautstrauß für die Ewigkeit haltbar machen?
Man kann Rosen zum Beispiel haltbar machen, oder den Strauß, wie er ist, ins Dunkle und Trockene stellen. Durch das Dunkle bleibt die Farbe erhalten. Man könnte sie einfrieren. Manche nehmen sich eine einzelne Blüte heraus und legen sie zum Bild hinein. Aber für die ganze Ewigkeit ist die Blume nicht gemacht.


Besorgt der Bräutigam den Brautstrauß oder die Braut?
In der Regel gibt die Braut die Bestellung auf, manchmal auch der Bräutigam. Doch meist holt der Bräutigam den Strauß ab und bezahlt ihn.


Was ist Ihnen wichtig beim Binden eines Straußes?
Uns muss er auch gefallen: Diesen Grundsatz haben wir bei der Anfertigung aller Sträuße, nicht nur dem Brautstrauß. Wir schauen und drehen ihn, auch vor dem Spiegel. Wir sehen den Strauß von Weiten an; es ist wie bei der Betrachtung eines Kunstwerkes. Man darf nie vergessen, so ein Brautstrauß kann mindestens zwei Stunden Arbeitszeit bedeuten. 

Da ist viel Vorbereitung und Liebe im Detail drin. Einzelne Blüten werden komplett angedrahtet. Er wird abgewickelt, damit man den Stiel nicht so sieht... Eine Hochzeit ist ja schließlich etwas Besonderes.


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Brautsträuße


Foto: Jens DammannDas Autogesteck - Foto: Gartenbau Hoffmann, NachterstedtTischschmuck - Foto: Gartenbau Hoffmann, Nachterstedt