Das Standesamt

Die Trauung selbst ist ein recht sachlicher Vorgang. Nach dem die Hochzeitsgesellschaft Platz genommen hat und durch den Standesbeamten begrüßt wurde, überreicht das zukünftige Paar seine Ausweise zur Feststellung der Personalien. Meist nutzt der Standesbeamte die Gelegenheit, dem Hochzeitspaar im Rahmen einer Traurede einige grundsätzliche Gedanken mitzuteilen von Liebe, Partnerschaft und gemeinsamer Verantwortung.

Anschließend fragt er die beiden zukünftigen Ehepartner, ob sie die Ehe miteinander eingehen möchten. Es folgt die Verkündung des Hochzeitsprotokolls durch den Beamten. Zu guter Letzt unterschreibt das Brautpaar die Heiratsurkunde. Der Austausch der Ringe und ein romantischer Kuss beschließen auf Wunsch des jung vermählten Paares die Zeremonie.

Der Bund für das Leben wird beim Standesamt des ersten Wohnsitzes angemeldet. Hat das künftige Paar verschiedene oder mehrere Wohnsitze, so können sie ein Standesamt selbst auswählen. Bei der „Anmeldung zur Eheschließung“ sollten beide Partner beim Standesamt anwesend sein. Bei diesem Termin wird das Datum der Trauung festgelegt. In Ausnahmefällen kann auch ein Partner allein die Trauung anmelden, wenn er vom anderen Partner eine Vollmacht dafür ausgestellt bekommt. Das Gespräch zur Anmeldung zur Eheschließung dauert etwa 30 Minuten. Die Ehe kann nach der Anmeldung bei jedem beliebigen deutschen Standesamt geschlossen werden.

Viele Standesämter wissen um die Attraktivität ihrer amtlichen Arbeit. Sie unterhalten neben den üblichen Standesämtern in den Rathäusern Zweigstellen in Schlössern, Burgen oder auf Schiffen und Inseln. Die standesamtliche Trauung kann frühestens sechs Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin angemeldet werden. In vielen Standesämtern gibt es aber die Möglichkeit, schon vorher einen Wunschtermin zu vereinbaren.

Bis 1998 waren Trauzeugen bei jeder Hochzeit vorgeschrieben. Doch das ist Geschichte. Wer dennoch Trauzeugen wünscht, kann bis zu zwei Personen benennen. Sie sollten ein besonderes Vertrauen bei der Braut und dem Bräutigam genießen. Die Trauzeugen müssen volljährig sein und sich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass ausweisen. Grundsätzlich muss der gesetzlich verbindliche Bund für das Leben vor einem Standesbeamten in Deutschland geschlossen werden. Hochzeiten außer Landes sind zwar eine schöne Idee, doch vor den Augen des deutschen Rechtsstaats haben sie nur selten Geltung. Wer es dennoch möchte, sollte sich zuvor beim Standesamt informieren.

Folgende Unterlagen werden benötigt
Immer: gültige Reisepässe oder Personalausweise; für die Person, die nicht am Ort des Standesamtes gemeldet sind: die beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister; bei gemeinsamen Kindern: die Geburtsurkunde der Kinder, eventuell die Vaterschaftsanerkennung

Bei bereits geschiedenen Lebenspartnern: beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister der Vorehe mit Auflösungsvermerk

Bei verwitweten Lebenspartnern: Sterbeurkunde des verstorbenen Partners

Gleichgeschlechtliche Ehe: Seit dem 1. Oktober 2017 dürfen homosexuelle Paare auch in Deutschland heiraten.  Der entscheidende Satz im Bürgerlichen Gesetzbuch lautet seitdem: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“(Paragraph 1353 BGB Absatz 1 Satz 1).


Foto (Sonja Richter): Schloss Teutschenthal.
Ein Standesamt der Gemeinde Teutschenthal befindet sich im Herzen des Schlosses